Stufen
zum Erfolg – Treppensteigen
Ich unterrichte seit vielen Jahren Kampfkunst und in dieser
Zeit habe ich viele neue Leute in meiner Schule gehabt, einige
hatten wirklich viel Kraft, andere waren sehr schnell und
wieder andere hatten ein gutes Gefühl die Techniken die
sie lernten im Kampf umzusetzen, aber es war keiner dabei,
der wirklich gute Ausdauer hatte, der 15 Minuten am Stück
kämpfen konnte und danach immer noch Luft hatte.
Das liegt vielleicht daran, das Ausdauer eine der Fähigkeiten
ist, die man am schnellsten verliert, wenn man sie nicht trainiert.
Gerade bei sportlichen Wettkämpfen, aber auch im normalen
täglichen Leben, benötigt man öfters mal die
Fähigkeit zu explodieren, sich extrem schnell und gezielt
zu Bewegen und ein extrem hohes Tempo zu gehen. Ein Kampf
der vielleicht auf 10 Minuten angesetzt ist, ist ein Auf und
Ab, der Puls geht hoch und runter und man hat keine Zeit sich
wirklich richtig zu erholen. Man muss 10 Minuten volle Leistung
bringen und immer wieder neu durchstarten können.
Treppensteigen ist eine Übung die genau diese Fähigkeit
entwickelt, man hat den Wechsel von intensiven Phasen und
dann wieder kurze Erholungsphasen. Einfach gesagt, lernt das
Herz-Kreislauf System mit diesem schnellen Wechsel der Pulsfrequenz
umzugehen. Man könnte das ganze jetzt auch physiologisch
und medizinisch abhandeln, aber da diese Seite mehr praktisch
orientiert ist, verzichte ich darauf, alles was man wissen
muss, ist das Treppensteigen eines der besten Methoden zur
Steigerung der Kurzzeitausdauer ist die es gibt.
Ausserdem und das ist auch sehr wichtig, kann man diese Übung
so kombinieren und variieren, das nie Langeweile aufkommt
und man fast jeden Teil des Körpers mittrainieren kann.
Wichtig ist das man bei solchen intensiven Trainingsmethoden
nie übertreibt, mein Programm dauert zwischen 20
und 30 Minuten und ist trotzdem extrem anstrengend. Man immer
auf seinen eigenen Körper hören und nicht bis zur
vollständigen Erschöpfung trainieren, da der Körper
die Reserven zur Erholung braucht. Ich mache 2-3 mal pro Woche
folgende Workouts (je nachdem wie ich gerade Lust habe oder
was ich trainieren will):
10 mal Treppen hoch und wieder runter ohne Pause, dann eine
kurze Pause und das gleiche wieder, insgesamt 3 Durchgänge
mit jeweils 10 Wiederholungen. Ich habe auch schon 5 Durchgänge
gemacht, aber das hat den Körper extrem ausgepowert und
ist nicht Sinn und Zweck des Trainings. Je nach Länge
und Steigung der Treppe, kann man die Wiederholungszahlen
verändern. Was auch eine sehr gute Möglichkeit ist
und ich öfters praktiziere ist das Treppensteigen nach
Zeit. Wenn also jemand einen Boxkampf hat, der 3-2 Minuten
dauert, sollte er immer in 2 Minuten Intervallen arbeiten.
Beim Grappling sind das aber dann meistens extreme Belastungsphasen
von 10 oder 15 Minuten die ich aus den schön erwähnten
Gründen nicht so oft mache.
Andere Möglichkeiten wären, nach jedem, oder jedem
zweiten Treppenauf- und Abstieg 10 oder 20 Liegestütze
zu machen, oder auch Kniebeugen, Burpees, Lunges oder was
immer einem einfällt, der Phantasie sind keine Grenzen
gesetzt und so kommt selten das Gefühl auf, das man diese
Übung schon kennt. Wenn man z.B. seine Beine extrem trainieren
will, macht man nach jeder 10er Serie 100 oder 150 Kniebeugen
und kommt so auf zusätzliche 300 bis 450 Kniebeugen was
der Beinkraft wirklich zuträglich ist. Wie schon gesagt
es gibt keine Grenzen nur eine Einfach Regel, achten sie darauf
das es wirklich anstrengend ist, aber nie so anstrengend das
es ihren Körper schadet.
Und zum Schluss noch ein kleiner Kommentar von mir. Wenn ich
Treppensteigen sage, dann meine ich Bewegung an frischer Luft
auf einer echten Treppe und kein Training auf einem Stepper
etc. Es gibt keine Maschine welche die Natur ersetzen kann
und wenn man bei Minus 5 Grad unter einer Eisenbahnbrücke,
die dazu noch Baustelle ist sein Workout absolviert, der Wind
gerade zu unmenschlich erscheint, dann ist das ein tolles
Gefühl, denn man spürt wie intensiv das Leben sein
kann.
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